Dorothea Christiane Erxleben - eine bedeutende Frau der Zeitgeschichte - - geboren am 13.11.1715 in Quedlinburg
- verstorben am 13.06.1762 in Quedlinburg
Dorothea Christiane Erxleben wurde, als 4. von 5 Kindern der Pfarrerstochter Anna Sophia und dem Arzt Christian Polykarp, am 13.11.1715 im Steinweg 51 in Quedlinburg geboren.
Schon im frühen Alter von 5 Jahren lernte sie Lesen und Schreiben weil sie aufgrund einer Krankheit oft das Bett hüten musste. Dabei galt Ihr Interesse besonders dem Lateinischen, der Botanik, der Anatomie und den Heiligen Schriften. Es gab keine Regelschulen und so wurde Dorothea zusammen mit Ihren Brüdern unterrichtet. Nachher besuchten die Brüder das Gymnasium und sie erhielt Unterricht vom Direktor als externe Schülerin. Anschließend erhielt sie Privatunterricht von Diakon Erxleben, den sie später ehelichte.
Als Ihr Bruder Christian zum Medizinstudium nach Halle ging konnte sie die Assistentenstelle in der Praxis Ihres Vaters übernehmen. Später stellte sie ein Gesuch zur Zulassung zur Promotion bei König Friedrich II und ihr zeitgleich geschriebenes und im Jahre 1742 erschienenes Buch mit dem Titel „Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studieren abhalten“ erhielt gute Kritiken.
Während Ihr Vater im Krieg ist vertritt Dorothea Ihn in der Praxis. Nach seiner Rückkehr heiratet sie den verwitweten Diakon Erxleben und ist nun ärztliche Assistentin, Pfarrersfrau und Mutter seiner 5 Kinder. In den Jahren zwischen 1744 und 1752 bekommt sie selbst noch drei Söhne und eine Tochter.
Nach dem Tod des Vaters übernimmt sie die Praxis und als 1752 eine Frau stirbt, wird sie wegen Kurpfuscherei angezeigt weil sie ohne Promotion arbeitete. Sie erlangte Ihre Promotion am 12. Juni 1754 als erste deutsche Frau und als zweite weltweit.
Sie praktizierte in der Praxis Ihres Vaters Dr. Christian Polykarp Leporin in Quedlinburg im Haus Kaplanei 10. Ihre Doktorarbeit verfasste sie mit Genehmigung des damaligen Königs Friedrich II zum Thema: „Abhandlung von der gar zu geschwinden und angenehmen, aber deswegen öfters unsicheren Heilung der Krankheiten“.
Nach nur wenigen Praxisjahren stirbt sie im Alter von 46 Jahren am 13.06.1762 in Quedlinburg.
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