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Pflegelexikon

Bereichspflege

Eine optimale und individuelle Versorgung unserer Patienten wird in unserem Klinikum durch die Bereichspflege gewährleistet. Dazu wird jede Station in mehrere Bereiche unterteilt. Jedem Bereich wird dann eine verantwortliche Pflegefachkraft zugeordnet. Diese koordiniert die Grund- und Behandlungspflege in Abstimmung mit dem Patienten und den einzelnen Abteilungen des Klinikums. Außerdem ist sie der direkte Ansprechpartner für „ihre“ Patienten und deren Angehörige, die Ärzte sowie den an der Behandlung beteiligten Berufsgruppen.

 

Für uns ist es besonders wichtig, die Patienten aktiv in den Behandlungsprozess einzubinden. Gemeinsam mit ihnen erarbeiten wir, in welchen Bereichen der täglichen Aktivitäten die Patienten Unterstützung benötigen wie z. B. bei der Mobilisierung, der Ernährung oder der Körperpflege. Dabei beziehen wir die vorhandenen Fähigkeiten mit ein, um die Selbständigkeit der Patienten und die Selbstbestimmung soweit wie möglich zu erhalten.

 

Durch einen respektvollen und freundlichen Umgang wollen wir dem Patienten bis zu seiner Entlassung Geborgenheit und Verständnis vermitteln.

Dekubitusmanagement

Dekubitus = genannt auch Druckgeschwür, Dekubitalulcus, Wundliegen 

 

Ein Dekubitus ist eine Schädigung der Haut, die durch langanhaltenden Druck auf das Gewebe entsteht. Ein Druckgeschwür ist eine Wunde, die von der obersten Hautschicht bis zum Knochen reichen kann. In Deutschland entwickeln jährlich ca. 1,5 Millionen Menschen ein Druckgeschwür.

(Sven David Müller, D.I.E.T., Mai 2000).

  

„Wir retten unsere Haut“ 

Arbeitsgruppe Dekubitusmanagement

Unser besonderes Augenmerk richtet sich auf die Dekubitusprophylaxe und -therapie.

Prophylaxe = Vorbeugung

 

Dazu erarbeiteten wir 2004 eine Informationsmappe, sie wird zugleich als Standard im Klinikum Quedlinburg angewendet.

 

Diese Mappe

  • ist ein Praxisbegleiter für alle Pflegekräfte und Ärzte in allen Bereichen
  • dient zur Orientierung und Qualitätsverbesserung
  • unterstützt die Beratung und Information für Patienten und deren Angehörige
  • wird ständig aktualisiert

Für Rückfragen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Fachkraft für Hygiene

Eine gut durchdachte Hygiene im Krankenhaus ist ein entscheidender Faktor, um mögliche Krankenhausinfektionen zu unterbinden bzw. schnell kontrollierbar zu machen.

Gemeinsam mit dem verantwortlichen Hygienearzt ist die Fachkraft für Hygiene für die Umsetzung der Hygieneordnung zuständig. Sie überprüft nicht nur die Einhaltung der Richtlinien, sondern schult auch das Personal regelmäßig zu verschiedenen Themen wie z. B. die richtige Händedesinfektion. Sie ist für alle Mitarbeiter ein wichtiges Bindeglied zwischen theoretischen Vorgaben (z. B. Robert-Koch-Institut) und der praktischen Umsetzung von hygienischen Belangen. Die Fachkraft für Hygiene überwacht konsequent und kontinuierlich die Einhaltung der gesetzlichen Normen. Dadurch kann in unserem Klinikum ein hoher hygienischer Standard gewährleistet werden

Reanimationsteam 

Im Klinikum wurde ein innerbetriebliches Notfallmeldesystem eingerichtet. Im Bedarfsfall wird darüber das Reanimationsteam, bestehend aus einem Anästhesisten und einer Pflegefachkraft der Intensivstation, über eine hausintern bekannte Notrufnummer gerufen. So kann das Rea-Team ohne Zeitverluste direkt erreicht werden.

 

Das Team ist mit einem Notfallrucksack, einem Defibrillator sowie einem transportablen Beatmungsgerät ausgerüstet. Dadurch ist eine individuelle, an die Situation angepasste Reanimation des Patienten im ganzen Klinikgelände gewährleistet.

 

Bis zum Eintreffen des Reanimationsteams ist die Station bzw. Abteilung für die Versorgung der Patienten zuständig. Aus diesem Grund verfügt jede Station bzw. Abteilung über einen Reanimationskoffer. Außerdem werden die Pflegekräfte regelmäßig zum korrekten Verhalten in Notfallsituationen geschult.

Schmerzmanagement

„Starke Schmerzen müssen nicht sein!“

Schmerzen sind zunächst ein natürliche Schutzreaktion des Körpers. Im Zusammenhang mit einem Krankenhausaufhalt in unserem Klinikum möchten wir Ihren Heilungsprozess jedoch so schmerzarm wie möglich gestalten. Schmerzen beeinflussen das physische, psychische und soziale Wohlbefinden und somit die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen.

Zu einer professionellen Behandlung gehört deshalb auch eine adäquate Schmerztherapie. Die Kombination medikamentöser und nichtmedikamentöser Verfahren können vorhandene bzw. zu erwartende Schmerzen auf eine erträgliche Stärke reduzieren. Damit kann die Mobilisation der Patienten, die sich uns anvertrauen, frühzeitig beginnen und den Krankenhausaufenthalt verkürzen.

Die Empfindung von Schmerz ist immer subjektiv zu sehen. Aus diesem Grund ist Ihre persönliche Wahrnehmung der Grundbaustein für eine auf Ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Schmerztherapie. Am Tage Ihrer stationären Aufnahme wird mit Ihnen gemeinsam eine aktuelle, systematische Schmerzeinschätzung durchgeführt. Zur Ermittlung der persönlichen Schmerzstärke steht Ihnen im Klinikum die Numerische Rang Skala (NRS) und Visuelle Analog Skala (VAS) zur Verfügung.

Im Gespräch werden Sie über den Umgang mit diesen Messinstrumenten informiert.Die Einschätzung Ihrer Schmerzintensität wird im Verlauf ihrer Behandlung nach individuell festgelegten Zeitabständen wiederholt. Natürlich können Sie sich auch jederzeit melden, wenn Sie Schmerzen verspüren.

Durch die Arbeitsgruppe Schmerzmanagement, die aus Pflegekräften verschiedener Fachrichtungen besteht, konnte der Expertenstandard „Schmerzmanagement in der Pflege“ im Klinikum erfolgreich eingeführt werden. Unter dem Leitspruch: „Starke Schmerzen müssen nicht sein“ verbessern wir kontinuierlich die Zusammenarbeit zwischen Pflegenden, Ärzten und Physiotherapeuten zum Wohle unserer Patienten. Außerdem geben die Mitglieder der Arbeitsgruppe aktuelle Erkenntnisse zeitnah an die Mitarbeiter und Patienten weiter. Zusammen mit unserer „Pain-Nurse“ (ausgebildete Fachkraft für Schmerztherapie) werden die Pflegekräfte zudem intensiv zum Thema Schmerzmanagement, wie z. B. zur Schmerzerkennung und –erfassung, geschult.

Gemeinsam mit Ihrer Hilfe möchten wir Ihren Krankenhausaufenthalt so angenehm und so kurz wie möglich gestalten.Ihr Wohlbefinden liegt uns am Herzen! Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung.

Still- und Laktationsberaterin

Die Still- und Laktationsberaterin ist eine Pflegefachkraft in unserem Hause, die nach einer 2-jährigen Fachweiterbildung diese professionelle Beratungstätigkeit ausüben darf. Eine kontinuierliche Teilnahme an Fortbildungen sowie regelmäßige Rezertifizierungen tragen dazu bei, dass die Mütter und Babies nach hohen Qualitätskriterien versorgt werden können.

 

Im Bereich der Klinik für Geburtshilfe können die Mütter sich demnach vertrauensvoll an die Still- und Laktationsberaterin wenden. Durch eine gezielte Still-Beratung unterstützt sie unerfahrene Mütter und bestärkt sie in ihrem Stillwunsch. Unserer Meinung nach sollte schließlich jede Mutter und jedes Baby das Recht und die Möglichkeit auf eine glückliche und ausreichende Stillzeit haben.

Speziell gibt diese Fachschwester u. a. wertvolle Hinweise rund um das Thema Ernährung stillender Mütter, berät zur Einführung von Beikost, informiert über die richtige Stillposition und die Brustpflege oder hilft den Müttern bei der Organisation geeigneter Intervall-Milchpumpen.  

Auch nach dem stationären Aufenthalt steht sie den Müttern mit Rat und Tat zur Verfügung.

Wundmanagement

Das Klinikum hat vier interessierten Pflegekräften die Qualifikation zu Wundexpertinnen ICW e.V. ermöglicht. Mit ihrem Fachwissen beraten sie sowohl Pflegekräfte als auch ärztliche Kollegen bei der Wundbeurteilung und geben Empfehlungen zur phasengerechten Wundbehandlung.

 

In Anlehnung an den nationalen Expertenstandard „Wundmanagement“ haben engagierte Mitarbeiter aus den Berufsgruppen Pflege und Medizin eine Arbeitsgruppe gebildet. Dort wurde u. a. eine „Wundfibel“ nach anerkannten Leitlinien in der Wundversorgung erarbeitet. Diese Wundfibel dient als fachspezifische Grundlage für alle an der Wundversorgung beteiligten Mitarbeiter, um die Patienten mit insbesondere chronischen Wunden auf gleich hohem Niveau zu versorgen.

 

Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe sind zudem für die ständige Aktualisierung der darin enthaltenen Inhalte zuständig. Außerdem leiten sie die neuen Erkenntnisse an ihre pflegerischen und ärztlichen Kollegen auf den Stationen weiter. Auch im Bereich des Materialeinsatzes testen sie, welche Wundversorgungsprodukte für eine hochwertige Behandlung der Wunden geeignet sind.

 

Inhaltliche Grundlage des Wundmanagements ist es, durch kombinierte Maßnahmen, bestehend aus Wunddiagnostik, Wundreinigung sowie Wundversorgung eine Wundheilung zu begünstigen bzw. herbeizuführen. Aufgrund der unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten einschließlich der Verbandsmaterialien wurden deshalb im Klinikum Behandlungsstandards entwickelt, um eine einheitliche Versorgungsqualität von Wunden, insbesondere chronischen Wunden, in allen Fachbereichen zu gewährleisten.

 

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